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Ganztagskonzept Adolf-Kußmaul-Schule

Die Adolf-Kußmaul-Schule arbeitet nun schon seit 2007 als teilgebundene Ganztagsschule mit Zeitfenstern an vier Tagen der Woche (Mo-Do) von 08.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Freitags gibt es keinen Nachmittagsblock und auch keine Betreuungsmöglichkeit durch den Schulträger.

Von Beginn an lassen sich der Halbtags- und Regelbetrieb an unserer Schule organisatorisch gut vereinbaren:

Der Vormittag bis 11.45 Uhr läuft in beiden Gruppen gleichschrittig ab: alle Schüler haben einen gleitenden Unterrichtsbeginn am Morgen, alle Klassen haben zur selben Zeit Frühstücks- und Bewegungspausen, so dass in den morgendlichen Pausenzeiten alle Schüler der Schule miteinander in Kontakt kommen.

Unsere Musik-AGs, die unser musisches Profil ausmachen, sind zeitlich so angesetzt, dass sowohl Halbtags- als auch Ganztagskinder diese wahrnehmen können.

Die durch Gemeinde- und Elterngelder finanzierte Betreuung nach dem Modell Kernzeitenregelung besteht bisher für die Regelkinder neben dem Ganztagsbetrieb. Für die Ganztagskinder kann Kernzeitenbetreuung am Morgen vor dem Unterricht gewählt werden. (gegen Bezahlung).



Bildungsziele und Grundorientierung des Ganztagskonzepts

Nicht zuletzt die PISA-Studien haben gezeigt, dass in einer sich verändernden Gesellschaft auch die Bedingungen für Lernprozesse neu gedacht werden müssen, wenn man einerseits die Ausweitung der so genannten Risikogruppen mit Bildungsdefiziten verhindern und andererseits die individuelle Förderung und die Förderung besonderer Begabungen ausweiten will.

Daher steht für die Adolf-Kußmaul-Schule nicht so sehr die Betreuung der Kinder im Mittelpunkt, sondern in der Hauptsache die Verbesserung der Bildungschancen unserer Kinder. Ferner sollen möglichst zunehmende Schulschwierigkeiten vermieden und sozialen Ungerechtigkeiten entgegengewirkt werden.

Die Schule ist als Lebensraum zu gestalten, in dem sich alle Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten entwickeln können und Anregungen angeboten bekommen, um Interessen und Neigungen zu entwickeln und zu fördern. Die Schule hat sich zu einer Lebensgemeinschafts-schule entwickelt, in der mehr Zeit für die pädagogische Ausrichtung des Tages zur Verfügung steht. Die Rhythmisierung des ganzen Tages im Ganztagsbetrieb, der Wechsel zwischen Lernen und Spielen und die Abwechslung von Anspannung und Entspannung ermöglichen den Kindern ein am biologischen Rhythmus und der wechselnden Leistungsbereitschaft der Kinder orientierten Lernprozess.

Mehr Raum und Zeit für eine neue Unterrichtskultur

In der Ganztagsschule gibt es mehr Zeit für das Lernen und für das individuelle Betrachten jedes einzelnen Kindes. Es muss also viel Zeit für die Entwicklung einer neuen Unterrichtskultur entwickelt werden. Nur in einer Ganztagsschule lassen sich diese Zielsetzungen wohl am besten entfalten. Ein verändertes Verständnis vom Lernen und individuelle Unterrichtsformen sind die logische Konsequenz für die Unterrichtsorganisation..

Zeit für erkundendes Lernen:
Dem Lernprozess in der Schule muss das Erleben der Welt vor Ort vorangehen.

Zeit für entdeckendes Lernen:
In einer vorwiegend auf Medienwissen ausgerichteten Erfahrungswelt fehlt vielen Kindern die unmittelbare Begegnung mit den Dingen. Unser Gehirn lernt an Beispielen, nicht aus Regeln.

Zeit für spielerisches Lernen:
Spielen heißt Ausprobieren.

Zeit für soziales Lernen:
Soziales Lernen kommt aus dem Spiel der Kinder, aus den vorbereiteten Gelegenheiten und Vorkommnissen des Miteinander-Umgehens.

Zeit zum Nachdenken:
Nachdenklichkeit fördert nicht nur das Denken, sondern das Leben an sich.

Zeit zum ästhetischen Lernen:
In der ästhetischen Erziehung geht es um Empfindungen und Wahrnehmungen unserer Kinder als Voraussetzung für die Entwicklung von Sensibilität, Phantasie, Erfindungsreichtum, Innovation und ästhetisches Urteilen.

Zeit zum Lernen lernen:
Kinder brauchen Methoden, Strategien, Techniken, das Lernen selbst zu planen, zu organisieren und kritisch zu bedenken. Das Lernen selbst wird zum Lerngegenstand.

Zeit für praktisches und Projekt orientiertes Lernen:
Das Lernen an Projekten fordert alle kreativen Kräfte und gelingt nur in einer kooperativen Atmosphäre.

Zeit für die Förderung von Defiziten, Interessen und Begabungsschwerpunkten
Die Entwicklung unserer Kinder erfordert zunehmend das Einlassen auf individuelle Bedürfnisse: ADHS, LRS, Rechenschwäche, Leseschwäche, Konzentrationsstörun-gen, Verhaltensauffälligkeiten, Hochbegabung u.a.m. Individuelle Förderung, Lernen in Kleingruppen, jahrgangsübergreifendes Arbeiten, Themen orientiertes Arbeiten sind entsprechende Erfordernisse im Schulalltag.

Organisationsstruktur der Ganztagsschule - Rhythmisierung des Schultages

Seit 2007 haben wir unseren Tagesplan für die Ganztagsklassen optimiert.
Im Unterschied zum herkömmlichen auf den Vormittag beschränkten Unterricht an unserer Schule soll die Rhythmisierung des Unterrichtstages ein kindgerechteres Lernen ermöglichen. Einerseits wechseln im Biorhythmus des Menschen Leistungshöhepunkte und -tiefpunkte und andererseits bestimmt der individuelle Biorhythmus auch das persönliche Arbeitstempo jedes einzelnen Kindes. Diesen naturgegebenen Gesetzmäßigkeiten soll die Unterrichtsorganisation mit Phasen der Anspannung und Erholung an unserer Schule entsprechen. Dazu gehören sowohl der Wechsel der Lehr- und Lernformen und der Lernorte als äußere Rhythmisierung (z.B. zwischen der Arbeit mit Wochen- oder sonstigen Lernplänen, Stationenlernen und Frontalunterricht) als auch die Steuerung des Lernprozesses durch jedes einzelne Kind als innere Rhythmisierung (Lernstrategien entwickeln, Lernhilfen erhalten und aufnehmen, Kontakte zu anderen Lernpartnern aufnehmen, Zeit und Lernportionen selbstständig einteilen, Entspannungsphasen bewusst erfahren und gestalten u.a.). Die Rhythmisierung des Tages ist Kernelement der jeweiligen Tagespläne. Hier ist die in unserem Schulkonzept bewusst ausgestaltete Rhythmisierung des Schultages und des Lernprozesses ersichtlich.

Einige kurze Erläuterungen sollen dem besseren Verständnis der Rhythmisierung an der Adolf-Kußmaul-Schule dienen:

  • Der Beginn der schulischen Betreuung um 7.00 Uhr richtet sich nach den von den schulischen Gremien festgelegten Zeiten und stellt im Wesentlichen die Fortführung der bestehenden Kernzeitenbetreuung dar mit der Finanzierung durch die Eltern.
  • Der gleitende Unterrichtsbeginn ab 7.45 Uhr ermöglicht ein individuelles Ankommen im Klassenraum, kann im Gespräch mit Mitschülern und Lehrkräften oder mit Arbeitsvorbereitungen erfolgen - unter Aufsicht von Lehrkräften.
  • Die bestehenden Tagespläne ermöglichen durch Variation des Nachmittagsangebots dieGarantie des Unterrichts nach der gültigen Stundentafel der AKS (Klasse 1: 22 Stunden; Klasse 2: 24 Stunden; Klasse 3: und 4: 26 Stunden) in Anlehnung an die Kontingentstundentafel.
  • Während der Aktiv- und Bewegungspausen werden von allen Kindern unsere Pausenspielgeräte auf dem Schulhof und -gelände genutzt. Die Verantwortung für die Ausgabe im Spielehaus tragen die Schüler der 4. Klassen.
  • Das gemeinsame Frühstück vor der ersten Bewegungspause in allen Klassen steht im Sinne der schulischen Gesundheitserziehung und dient ebenso der sozialen Kontaktpflege.
  • Kreativzeit/Ruhezeit/Spielezeit/Lesezeit/Vorlesezeit rund ums Mittagessen verstehen sich als Wahlmöglichkeiten für unsere Kinder. Angebote aus dem Bereich der Kunst, Bastelmöglichkeiten, Einsatz von Leseomas/paten, bereitgestellte Gesellschaftsspiele, Schulgartenarbeit u.a.m. sollen den Kindern individuell gestaltbare Phasen der Erholung anbieten.
  • Zusätzliche Lernangebote stellen sowohl Fördermöglichkeiten in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften als auch zusätzliche Lernmöglichkeiten nach den gegebenen Notwendigkeiten dar.
  • Hausaufgaben und Hausaufgabenbetreuung im klassischen Sinn ist abgelöst durch Lernzeiten mit unterrichtsweiterführenden und -ergänzenden Lerntätigkeiten. (Üben, Wiederholen, Vertiefen, Vorbereiten) Die Lern- und Übungszeiten am Nachmittag sind wieder klassenbezogen und werden von den Lehrkräften geleitet. Beim Lernen liegt der Schwerpunkt auf dem Klassenverband; es gibt aber auch jahrgangsübergreifende Lernprojekte.
  • Da bei uns jeder Nachmittag Lernzeiten und Unterricht durch Lehrkräfte beinhaltet, erfolgt eine natürliche Verknüpfung von Vor- und Nachmittag. Zusätzlich nehmen auch die AG-Leiter besonders in Klasse 1/2 oft die aktuellen Klassenthemen in ihre Projekte auf oder werden von den Klassenlehrern bewusst eingebunden.
  • Die Essens- und Spielzeiten sind jahrgangsübergreifend in zwei Schichten organisiert: Kl.1/2 und Kl.3/4
  • Die AG-Angebote für Kl.3 und 4 sind ebenfalls jahrgangsgemischt, die AG-Angebote für Kl.2 sind jahrgangsbezogen aber klassengemischt, die AG-Angebote für Kl.1 finden jeweils in der halben Klassengruppe statt.
  • Das AG-Angebot läuft jeweils ein Halbjahr. Dann wird das Angebot neu zusammengestellt, von den Kindern neu gewählt und die Gruppen neu gebildet.

Pädagogischer Mittagstisch

Der Ganztagsbetrieb bringt unweigerlich die Notwendigkeit eines sinnvollen Mittagstisches mit sich. Eine gesunde und den Bedürfnissen unserer Kinder entsprechende Ernährung ist die beste Basis, um die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Kinder über den ganzen Tag positiv zu beeinflussen.

Dabei wollen wir den Blick für eine ausgewogene Ernährung wecken, Kinder an vielseitiges Essen gewöhnen und die Wahrnehmung des Geschmacks schulen. Die Kinder gewöhnen sich durch aktive Beteiligung an geregelte Tischsitten (Tischdecken, Essen mit Messer und Gabel, sich einem "Familienbetrieb" vergleichbar am Tisch bedienen lernen, Beteiligung am Abräumen)

Ein großer Schwerpunkt liegt bei uns auch während des Essens auf Kommunikation miteinander und dem Erwerb sozialer Kompetenz durch Dialoge und Erfahrungsaustausch in der Gruppe am Tisch.

Unsere Kinder werden in zwei Schichten in einer allen erforderlichen Ansprüchen gerecht werdenden neuen Mensa mit Mittagessen versorgt. Dabei werden immer zwei Gruppentische (à 7/8 Kinder) von einem Erwachsenen, der natürlich mit den Kindern das Mittagessen einnimmt, betreut. Ein wichtiger Aspekt ist uns hierbei, dass auch die Lehrer, die gemeinsam die Verantwortung für eine Ganztagsklasse tragen, beim Essen dabei sind und Betreuungs- und Beobachtungsfunktion übernehmen.

Die weiteren während des Mittagessens betreuenden Erwachsenen sind größtenteils bei der Gemeinde unter Vertrag. Auch unser Jahrespraktikant innerhalb des Programms des Bundesfreiwilligendienstes unterstützt hierbei, indem er z.B. den Tischdienst organisiert und betreut.

Das Essen wird im Cook&Chill-Verfahren in einer modernen Küche direkt neben unserer Mensa von Mitarbeiterinnen eines Caterers (Fa. Sauder, Weingarten) endgegart und ausgegeben. Die Auswahl erfolgt durch Mitarbeiterinnen der Schule (Küchenpersonal, Betreuungsleitung) auf einen Dreifach-Vorschlag des Caterers.

Pädagogisch angeleiteter Freizeitbetrieb

Kinder im Grundschulalter sollen an unserer Schule lernen, sich in der Freizeit eigenverantwortlich und nach individuellen Interessen ausgerichtet zu bewegen. Daher haben sie z.B. im Mittagsband Gelegenheit sich nach ihren Interessen im Schulhaus aufzuhalten und über ihre Tätigkeiten selbst zu entscheiden (ungebunden Freizeit).

Außerdem wird für die ersten Klassen ein breit gefächertes Angebot von Freizeittätigkeiten von der Schule organisiert und in Kursform am Nachmittag halbjahres-oder tertialsweise angeboten (gebundene Freizeit). Am Ende des Schuljahres hat somit jedes Kind jedes Kurs-Angebot einmal durchlaufen und kennen gelernt.

In Klasse zwei werden unsere Kinder etappenweise zur selbstständigen Entscheidung über ihre Kurswahl angeleitet und sollen während des Schuljahres entscheiden, für welches dauerhafte Angebot eine Vorliebe besteht. Nach dieser Vorliebe werden dann für die Klassen 3 und 4 die Freizeitangebote erarbeitet, die jahrgangsübergreifend gewählt werden.

Natürlich bestehen gerade im Freizeitbereich viele einschränkende Rahmenbedingungen: Raumangebot, Hallensituation, Personalbestellung (Lehraufträge, Jugendbegleiter, HSL-Maßnahmen..), finanzielle Spielräume… Hier treffen wir ständig auf neue Herausforderungen. Glücklicherweise hat die Gemeinde Graben-Neudorf mit einem 3,7-Millionen-Neubau die Lebensräume unserer Kinder in unserer Schule wesentlich erweitert:

  • Spielezimmer
  • Lehrküche
  • Tobeparadies
  • Bau- und Puppenwelt
  • Werkstatt für Holz, Töpfern, Kunst und Experimentieren
  • Ruheinsel
  • Vergrößerter PC-Raum

In der Kreativzeit/Ruhezeit/Spielezeit/Lesezeit/Vorlesezeit rund ums Mittagessen bestehen für die Kinder Wahlmöglichkeiten. Angebote aus dem Bereich der Kunst, Bastelmöglichkeiten, Einsatz von Leseomas/paten, anregend ausgestattete Spieleräume, bereitgestellte Gesellschaftsspiele, Aufenthalt in der Werkstatt, dem Schulgarten, der Ruheinsel oder der Tobewelt u.a.m. sollen den Kindern individuell gestaltbare Phasen der Erholung anbieten. Kinder sollen ihre Nischen finden! Die betreuenden Personen - keine Lehrer, sondern die Personen, die auch bei der Mittagessenbetreuung integriert sind - ordnen sich den Wünschen der Kinder entsprechend den Räumlichkeiten zu und beaufsichtigen die Kinder bei ihrem Tun und geben auch hin und wieder Ideenimpulse zur Freizeitgestaltung wie z.B. Bastelangebote, Spielideen…Diese Personen helfen auch bei der ruhigen Organisation des anschließenden Übergangs in die Lernzeit und deren Vorbereitung.